Feilschen

Handeln beim Einkauf für uns Europäer noch immer etwas ungewohnt. Während es auch in südeuropäischen Ländern häufig gang und gäbe ist, bei Einkauf zu feilschen, tun wir Deutsche uns damit doch etwas schwer. Bei uns beschränkt sich das Handeln lediglich auf sehr teure Anschaffungen oder aber 1b-Ware, die nicht zum vollen Kaufpreis erstanden werden soll. Wer nach Afrika reist, sollte sich von diesem Gedanken frei machen, denn in Afrika steht Feilschen an der Tagesordnung.

Nicht nur der Einkauf auf dem Markt in Simbabwe wird dadurch geprägt, dass um den vom Verkäufer zunächst vorgegebenen Kaufpreis gehandelt wird. Die Verkäufer erwarten das Feilschen geradezu und nicht selten sind die Preise bereits so gestaltet, dass ein Puffer für handelnde Kunden schon einkalkuliert ist. Wer hier als Tourist auffällt was in Afrika fast unvermeidbar ist und nicht feilscht, kann davon ausgehen, deutlich zu teuer einzukaufen. Europäer werden nach afrikanischen Verhältnissen als sehr wohlhabend beurteilt und so kann es dann auch schon einmal sein, dass für den Reisenden Extrapreise festgelegt werden. Wer jetzt nicht handelt, ist schon fast über den Händlertisch gezogen worden. Mit einem Augenzwinkern teilen sich erfahrene Afrikareisende das mit.

Auch die Fahrt mit dem Taxi ist mit Feilschen verbunden. Entgegen unseren Gewohnheiten sind nämlich Taxis in Afrika also auch in Simbabwe keinesfalls mit dem Taxameter ausgestattet. Wer hier mit dem Taxi fahren möchte, verhandelt also schon vor Antritt der Fahrt um den Gesamtpreis des Transportes. Feilschen ist Pflicht!